Impressionen Vernissage 07. Juni 2025, Foto Credit: Johannes Schäfer
coming together, 2025
Acryl auf Wand, 267 × 600cm
Sara Gassmann (1980*) arbeitet in den Medien Zeichnung, Malerei und Skulptur. Ihre Arbeiten sind Interaktionen von Formen und Farben. Für die Ausstellung im backyard society reagierte sie mit einer grossen Wandmalerei auf die Architektur im Wohnzimmer des Hauses. Lasierend überlagern sich die leuchtenden Formen, gehen ineinander über und bedingen einander. Als wiederkehrende Elemente erscheinen in ihren Arbeiten organische Formen, wie Tierleiber oder Gliedmassen, sowie in neueren Arbeiten – so auch hier – architektonisch Anmutendes.
Foto Credit: Samantha Zaugg
welcome to the space, 2025
Dispersion auf Wand, Dimension variabel
Ohne Titel, 2024
Aus der Serie «It never entered my mind», Gouache auf Papier, gerahmt 38 × 29cm
Laura Mietrup (*1987) kreiert Malereien und Objekte. Mit geometrischen Formen reagiert sie auf die vorgefundene Umgebung. Für die Ausstellung
«She Takes the Space – She Holds the Room» entstand vor Ort die Wandmalerei «welcome to the space». Mit Linien und geometrisch, mechanisch anmutenden Formen werden die Besucher: innen durch den Eingang begleitet. Die ortspezifische Intervention «welcome to the space» ist eine leise Einladung zum Betreten der Ausstellung. Im Esszimmer des Hauses präsentiert Mietrup zudem eine Malerei aus der Serie «It never entered my mind».
Foto Credit: Samantha Zaugg
eye swipe shut - welcome home, 2024
my dearest friend, 2024 Alustangen, Polymorph, Acrylfarbe, Nylonstrümpfe,Nähgarn, Kunsthaar, Draht, 250 × 170 × 230cm
swipe my pain, 2023, direction, visuals and editing Katrin Niedermeier, soundwork: Floris Maniscalco, Hd Video 1920 × 1080px, audio, 14:50min
my eyes, 2025, Fahnenstoff bedruckt, 120 × 270cm
bouquet de pleurs, 2023, Pressspanplatte, Draht, Polymorph, flüssig Gummi, Schrauben, Rollfüsse, 46.5 × 33 × 57cm
In ihren Arbeiten reflektiert Katrin Niedermeier (*1978) die Verflechtung der «realen», analogen Welt mit dem virtuellen Raum sowie den Einfluss digitaler Technologien auf die menschliche Existenz. Ihre Mixed-Media-Installationen (Animation, Installation, Video und Malerei) entstehen als erweiterte Formen subjektiver Räume und Lebenswelten. Die multimediale Installation «eye swipe shut – welcome home» schafft einen sinnlichen Raum, in dem persönliche Körpererfahrungen und Phasen der Trauer thematisiert werden. An der Schnittstelle von digitalem und analogem Raum verschmelzen KI-und Computer-generierte Bilder, abstrakte Soundscapes und Körperskulpturen zu einer poetischen Auseinandersetzung mit Erinnerung, Verlust und Transformation.
Foto Credit: Samantha Zaugg
Ululoszzhhh, seit 2024
Performance, Keramik
Dimension variabel
Die künstlerische Praxis von Sarina Scheidegger (*1985) ist geprägt von polyphonen und kollaborativen Momenten, zyklische Vorgänge und fluide Zustände begleiten ihre Arbeitsprozesse und Denkweisen seit langer Zeit. In der Performance «Ululoszzhhh» werden die handgeformten keramischen Instrumente im Wasser aktiviert, die Klänge oszillieren zwischen Flüstern, Heulen, Schreien und Pfeifen und beziehen sich so auf alternative Formen der Kommunikation, auf eine non-verbale Verbindung zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Wesen. Für die Ausstellung in Arlesheim komponiert die Künstlerin eine Aufführung für die Eröffnung und überlässt die Skulpturen schliesslich dem mit Regenwasser gefüllten Indoor-Pool des Hauses.
Foto Credit Bild 1 - Bild 5: Samantha Zaugg
Foto Credit Bild 5 - 8: Kambiz Shafei
sono nata da una conchiglia, 2025
Keramik, 25 × 20 × 15cm
Ein zentraler Aspekt des künstlerischen Prozesses von Gloria Tomasini (*1999) ist die Betonung des Handwerks. Kunstschaffen ist für sie aber nicht nur das Gestalten von Materialien – es ist ein meditativer Akt, der es ihr ermöglicht, mit ihrer inneren Welt in Verbindung zu treten. Die Detailverliebtheit ihrer Arbeiten spiegelt dieses Eintauchen wider und erschafft Werke, die in einem Schwebezustand zwischen dem Greifbaren und dem Imaginierten existieren. In der Arbeit «sono nata da una conchiglia» erscheint uns das Natürliche und das Fantastische. Die Rezipient:innen sind dazu eingeladen in einen Dialog zwischen der materiellen Welt und dem Unterbewusstsein zu treten – Räume entstehen zu lassen, in denen Vorstellungskraft und Realität in einem fragilen Gleichgewicht koexistieren. Das Werk schafft eine taktile Erfahrung, die die sinnliche Wahrnehmung anregt und mit den Gegensätzen von Zerbrechlichkeit und Widerstandskraft spielt. Mit der Skulptur schafft Tomasini ein Zuhause für menschliche Wesen im Wohnzimmer.
Foto Credit: Samantha Zaugg
Hefekranz vegan, 2025
Von der Künstlerin gebackener Kuchen, Tischkarten und Tischkartenhalter, Service Accessoires, Dimension variabel
Samantha Zaugg (*1994) interessiert sich für Themen wie öffentlicher Raum, Architektur und Eigentum. Ihre Arbeiten nehmen Formen wie Gespräche, Lecture-Performances oder Spaziergänge an. Oft werden Objekte ausgeliehen oder es wird mit ortsspezifischer Infrastruktur gearbeitet. Bei «Hefekranz vegan» sind die Betrachter:innen eingeladen sich zu bedienen und ein Stück vom Kuchen zu essen. Derweil offen baren Tischkärtchen und Materialangaben neue Informationen. Hat sie? Oder hat sie nicht? Die Fragen bleiben offen. So viel sei dennoch verraten: Der Hefekranz ist für den Verzehr geeignet, ausser für Personen mit Unverträglichkeit von Mandeln oder Weizenmehl.
Foto Credit Bild 1: Samantha Zaugg
Bild 2-5: Stills der Performance an der Vernissage
beer tales, 2024
Bierflaschen, 24 Vorder- und Rückseiten Labels, Bierharassen, Vinyl-Folie, Dimension variabel
Selina Zürrers (*1992) künstlerische Praxis bewegt sich zwischen materialbezogenem
Experimenten, Forschung und narrativen Momenten. «beer tales» ist ein fiktives Bierbrand-Projekt. Für die Ausstellung wurden volle Bierflaschen mit 24 unterschiedlichen Labels versehen, welche in vier thematische Kategorien unterteilt sind: BA (Beer Ads), BH (Beer History), AW (Alewives) und CW (Caliban and the Witch von Silvia Federici). Auf den Vorderseiten sind Kaltnadeldrucke von Zürrer abgebildet, während die Rückseiten Erläuterungen zu den dargestellten Sujets bieten. Die Bierflaschen werden zum üblichen Preis des Offspaces angeboten. Mit dem «beer tales-Logo» versehene Harassen werden zur Sammlung von leeren Flaschen in der Ausstellung präsentiert. «beer tales» beleuchtet die historische Bedeutung von Frauen im Bierbrauhandwerk, ein Bereich, in dem sie über Jahrhunderte hinweg dominierten, bis gesellschaftliche Veränderungen und die Mechanismen des heraufziehenden Kapitalismus sie verdrängten und Bier für lange Zeit als typisch männlich galt. Das Projekt spielt auf den Mythos an, dass das westliche Hexenbild stark durch englische Alewives geprägt sein könnte, die aufgrund ihrer Brautätigkeit häufig der Hexerei bezichtigt wurden.
Performance von Ligia Tarcea und Agnes Leclaire: SPOTTLESS, 2025